Henry Hazlitt: Economics in One Lesson

Einleitung

Dieses Buch verteidigt die freie Marktwirtschaft und zeigt anhand sämtlicher Beispiele, wie schädlich staatliche Eingriffe in das Wirtschaftsleben sind. Der Grundgedanke geht auf Frédéric Bastiat zurück, der mit einem Satz definiert, was einen guten Ökonomen von einem schlechten unterscheidet: „Der eine klebt an der sichtbaren Wirkung, der andere berücksichtigt sowohl die Wirkung, die man sieht, als auch diejenige, die man vorhersehen muss“.

Die Lektion

Sämtliche Fehlurteile der Wirtschaftspolitik basieren auf zwei Irrtümern: Entweder beachtet die Politik nur die unmittelbaren Auswirkungen einer Maßnahme, nicht aber die langfristigen, oder sie hat nur eine bestimmte Gruppe im Auge, nicht die Volkswirtschaft als Ganzes. Schuld daran sind das Lobbying einzelner Gruppen, die menschliche Neigung zur Kurzsichtigkeit und die “neue” Wirtschaftslehre.

1. Das eingeschlagene Schaufenster

Die Zerstörung einer Fensterscheibe könne von volkswirtschaftlichem Nutzen sein, behaupten manche, weil der Glaser vom Kauf der neuen Schreibe profitieren werde. Dieser Schluss zeugt von einem verengten Blick auf Fenster und Glaser. Wer die weiterreichenden Folgen für andere Gruppen mitbedenkt weiß: Eine zerbrochene Fensterscheibe bedeutet keinen volkswirtschaftlichen Gewinn.

2. Zerstörung – ein Segen?

Oft wird behauptet: Zerstörung im großen Stil, etwa durch Krieg, bringe gesamtwirtschaftliche Vorteile, da die danach „akkumulierte“ Nachfrage ein „Produktionswunder“ einleite. Diese Annahme verwechselt Bedarf mit Nachfrage und kriegsbedingte Inflation mit erhöhter Kaufkraft. Der Hauptirrtum aber ist: Die Nachfrage und die ökonomischen Anstrengungen werden nur in eine bestimmte Richtung umgelenkt.

3. Arbeitsbeschaffung kostet Arbeitsplätze

Staatsausgaben gelten als Allheilmittel gegen alle wirtschaftlichen Gebrechen, auch gegen Arbeitslosigkeit. Das Argument: Arbeitslosigkeit sei Folge „ungenügender privater Kaufkraft“, die Regierung müsse den „Ausfall“ mit neuen Ausgaben wettmachen. Übersehen wird dabei, welche Projekte und Waren deshalb nicht entstehen, und welche Arbeitsplätze der Staat damit vernichtet.

4. Steuern lähmen die Produktion

Mit Staatsausgaben wollen Regierungen Wohlstand schaffen. In Wahrheit heben sie damit die Arbeitslosigkeit und das Realeinkommen sinkt. Staatsausgaben zerstören nämlich gleichzeitig Wohlstand, die dafür nötigen Steuern verhindern, dass risikobereites Kapital entsteht, und sie hemmen die Lust, Unternehmen zu gründen. Bestehende Unternehmen sind weniger geneigt zu expandieren.

5. Staatskredite als Weichensteller

Staatskredite werden nach anderen Kriterien vergeben als Privatkredite. Andernfalls wären sie überflüssig. Staatskredite verringern darüber hinaus den Wohlstand: Das verfügbare Sachkapital geht an die weniger leistungsfähigen Kreditnehmer, auf Kosten der Empfänger von Privatkrediten. Beim Privatdarlehen riskiert der Kreditgeber im übrigen sein eigenes Geld, und nicht das des Steuerzahlers.

6. Der “Fluch” der Maschine

Wäre die Angst, Maschinen würden Arbeitslosigkeit schaffen, berechtigt, müsste man im technischen Fortschritt ein Unglück sehen. Doch seit Beginn der Industriellen Revolution steigern Maschinen die Zahl an Arbeitsplätzen. Die eigentliche Aufgabe von Maschinen besteht aber darin, Lebensstandard und Produktion zu erhöhen. Die Vollbeschäftigung in armen Ländern ist nicht erstrebenswert.

7. Die Arbeit verteilen?

Gewerkschaftsforderungen nach strikter Aufteilung der Arbeitsbereiche oder nach weniger Wochenstunden bezwecken vor allem eine bessere Verteilung der Arbeit um mehr Arbeitsplätze zu schaffen. In der Praxis steigt dadurch die Arbeitslosigkeit und das Angebot sinkt. Solche Forderungen unterliegen zwei elementaren Irrtümern.

8. Weniger Bürokraten – weniger Kaufkraft?

Die Beschäftigung von Staatsbeamten ohne relevanten Nutzen für die Gemeinschaft wird mit der Bewahrung ihrer Kaufkraft gerechtfertigt. Das Argument vergisst die Steuerzahler und Geschäftsleute, die dadurch benachteiligt werden. Im Übrigen ließe sich das Kaufkraft-Argument auch auf Gangster anwenden.

Hazlitt Die 24 Regeln

9. Das goldene Kalb Vollbeschäftigung

Der Fokus auf Vollbeschäftigung lässt die Produktion außer Acht. Dabei ist gerade die Steigerung der Produktion das eigentliche Ziel einer Volkswirtschaft. Ebenso will auch jeder Mensch mit möglichst wenig Einsatz das bestmögliche Resultat erreichen. Wer die Vollbeschäftigung zum Ziel der Politik macht, verwechselt Mittel und Ziel.

10. Wen schützen Schutzzölle?

11. Alles ruft nach Experten

12. Agrarmarktordnung auf Amerikanisch

13. Kranke Branchen retten?

14. So funktioniert das Preissystem

15. Preisstützen sind teure Krücken

16. Wenn der Staat die Preise macht

17. Mietpreisbindung und die Folgen

18. Verordnete Mindestlöhne

19. Können Gewerkschaften wirklich Löhne erhöhen?

20. Karl Marx und der gerechte Lohn

21. Die Aufgabe der Profite

22. Das süße Gift der Inflation

23. Angriff auf das Sparen

24. Noch einmal: Die Lektion

Nachgedanken (1979)

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