Von der Ausbeutung zur Umweltzerstörung? Marktwirtschaft und Kapitalismus auf der Anklagebank

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Mit der überragenden Erfolgsgeschichte des Kapitalismus einerseits, und der Kritik antikapitalistischer Gegner andererseits befasste sich der Präsident des Austrian Institute Martin Rhonheimer in seinem ersten Vortrag im Rahmen der Austrian Academy.

Kapitalismus und Marktwirtschaft haben das größte Problem der Menschheit gelöst: die Massenarmut, unterstrich Rhonheimer gleich zu Beginn. „Der Kapitalismus ist erfolgreich, weil er eine Wirtschaftsform ist, in der privater Reichtum zu Kapital wird – wenn er produktiv investiert wird – und dadurch neuen Reichtum erzeugt.“ Mit anderen Worten: „Der Kapitalismus ist die ‚Wirtschaftsform des Gebens‘.“ Zu einem „historisch präzedenzlosen Anstieg des Lebensstandards breiter Massen“ führte er vor allem in Verbindung mit dem Prozess technologischer Innovation. Warum der Kapitalismus gerade beim Überwinden von Armut so erfolgreich ist, veranschaulichte Rhonheimer anhand der Dynamik der Wertschöpfung.

Apokalyptische Untergangsszenarien haben sich schon in der Vergangenheit nicht erfüllt

Der Antikapitalismus des 19. Jahrhunderts war zunächst eine Reaktion der intellektuell-bürgerlichen Eliten und des Klerus auf die Industrialisierung und das Arbeiterelend, berichtete Martin Rhonheimer. Weitere Wurzeln des Antikapitalismus waren Antisemitismus, Nationalismus, Staatsgläubigkeit und Obrigkeitsdenken, Kathedersozialismus und Technikfeindlichkeit. Heute leide das Image des Kapitalismus vor allem unter wirtschaftshistorischer Unaufgeklärtheit.

Gegenwärtig lasten Kritiker dem Kapitalismus besonders gerne Umweltzerstörung und Klimawandel an. Gegenüber Untergangsszenarien, die mitunter auch einzelne Wissenschaftler zeichnen, ist Rhonheimer mehr als skeptisch. Solche apokalyptische Prognosen haben sich schon in der Vergangenheit nicht erfüllt, wie etwa die Fehleinschätzungen einiger prominenter Ökonomen demonstrieren. „Die Nahrung wird uns ausgehen“, prophezeite Thomas Robert Malthus (1766-1834). „Die Kohle wird uns in hundert Jahren ausgehen!“ erklärte wiederum William Stanley Jevons (1835-1882). 1968 prognostizierte der Standford-Professor Paul R. Ehrlich für die 1970er Jahre eine globale Ernährungskrise und eine Hungersnot mit Hunderten Millionen von Toten sowie ein stets Ansteigen der Rohstoffpreise. All das trat nicht ein, das Gegenteil war der Fall. „Alle bekannten Unheilszenarien sind immer Extrapolationen der Vergangenheit“, hielt Rhonheimer fest, „sie rechnen mit Daten der Vergangenheit, mit der Technologie der Vergangenheit, mit den Möglichkeiten der Vergangenheit. Aber die Zukunft ist immer anders und damit rechnet man nicht.“

Um den vom Menschen gemachten Klimawandel einzudämmen gebe es allerdings die Möglichkeit gesetzgeberischer Eingriffe. Solche Maßnahmen haben schon in den 1970er Jahren mit Erfolg marktwirtschaftliche Anreize für einen schonenden Umgang mit der Umwelt geschaffen. So versah man etwa die Verschmutzung der Umwelt mit einem Preis, was in der Folge tatsächlich zu einer enormen Abnahme der Luftverschmutzung führte. Ähnliche Maßnahmen zur Verlangsamung des Klimawandels wären denkbar. Das wären dann aber gerade keine planwirtschaftlichen Eingriffe, wie sie gegenwärtige Kapitalismus-Kritiker fordern. Vielmehr würde man so Anreize durch den Gesetzgeber schaffen, die sich die Mechanismen der Marktwirtschaft zunutze machen.

„Kapitalistisch-marktwirtschaftliche Gesellschaften haben gezeigt, dass sie mit ökologischen Problemen besser umgehen können als sozialistische“, hielt Rhonheimer fest. Und: „Die innovative Natur des Kapitalismus ist geeignet, die oft bedrohlichen ökologischen Nebenfolgen des Fortschritts nachhaltig in den Griff zu bekommen.“ So ist tatsächlich der heutige Umgang mit Natur und Klima schon in vielerlei Hinsicht schonender als früher, wie auch sämtliche Zahlen belegen. Dank der Digitalisierung findet erstmals eine Entkopplung von Wachstum und Ressourcenverbrauch statt.

„Vor allem aber wird es der Verbund von technologischer Innovation, kapitalistischem Gewinnstreben und marktwirtschaftlich-unternehmerischem Wettbewerb sein, der auch das Problem der menschengemachten Klimaerwärmung lösen wird.“ Der heutige Antikapitalismus übersieht, „dass gerade der Kapitalismus auch das Mittel ist, um seine schädlichen Nebenfolgen in den Griff zu bekommen“. Gefährlich ist primär der gegenwärtige Klima-Alarmismus.

Dieser Vortrag wurde bei der AUSTRIAN ACADEMY 2020 „Marktwirtschaft und Unternehmertum – ihr Beitrag zu einer freien und menschlichen Gesellschaft” gehalten. Teilnehmerinnen und Teilnehmer der mehrtägigen Veranstaltung waren 20 Studenten und junge Berufstätige, die aufgrund eines Bewerbungsverfahrens ausgewählt wurden und vom Austrian Institute, dem Organisator der Veranstaltung, ein Vollstipendium erhielten. Die Veranstaltung fand in Kooperation mit der Friedrich August von Hayek-Stiftung für eine freie Gesellschaft (Berlin) sowie mit Unterstützung der Österreichischen Industriellenvereinigung (IV) statt.

Hier finden Sie das Programm und alle Vorträge, die als Video erhältlich sind. Und hier geht’s zur Hauptseite der Austrian Academy.

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