Ludwig Erhards Konzept der sozialen Marktwirtschaft und seine wettbewerbstheoretischen Grundlagen

Ludwig Erhards Konzeption einer sozialen Marktwirtschaft durch marktwirtschaftlichen Wettbewerb ist auch heute noch wegweisend. Doch wurde die Idee des Sozialen im Programm der Sozialen Marktwirtschaft mit der Zeit verfälscht. Zudem beruht Erhards Konzept auf einer wettbewerbstheoretischen Grundlage – dem neoklassischen Modell der vollständigen Konkurrenz –, die seinen wohlstandsfördernden Intentionen zuwiderläuft. Erhards Position stimmte mit derjenigen der Freiburger Schule (Walter Eucken, Franz Böhm) nur teilweise überein, unterscheidet sich aber ebenso in wesentlichen Punkten vom Denken der Österreichischen Schule der Nationalökonomie (Ludwig von Mises, Friedrich August Hayek) und deren dynamisch-evolutionärem Verständnis von Wettbewerb. Gerade für eine im Sinne Erhards wettbewerbsorientierte Konzeption der Sozialen Marktwirtschaft erscheint das Österreichische Verständnis von Wettbewerb als das realitätsnähere und adäquatere.

Das ist die Zusammenfassung eines Fachartikels von Martin Rhonheimer, der im Journal for Markets and Ethics / Zeitschrift für Marktwirtschaft und Ethik (Nr, 2 / 2017) unter dem Titel “Ludwig Erhards Konzept der sozialen Marktwirtschaft und seine wettbewerbstheoretischen Grundlagen” erschienen ist (online Publikation: Juni 2018)Hier gehts zur Downloadseite des Artikels (De Gruyter open) bzw. zum Direktdownload als PDF.  

Der Artikel enthält folgende Themenschwerpunkte …

  • Der moderne Sozialstaat: Hemmschuh für die Wohlstandsmehrung
  • Welche soziale Marktwirtschaft?
  • Die Freiburger Schule und das Modell der vollständigen Konkurrenz
  • Erhard und die Ordoliberalen: Übereinstimmungen und Differenzen
  • Erhard und die neoklassische Wettbewerbstheorie: eine unglückliche Liaison
  • Vom Nutzen der Monopole: Kritik an der neoklassisch begründeten Wettbewerbspolitik
  • Dynamische versus statische Betrachtung: Wettbewerb als Prozess schöpferischer Zerstörung und als Entdeckungsverfahren
  • Folgen der Kartell- und Monopolbekämpfung: Problematischer Machtzuwachs von Staat und Bürokratie
  • Andauernde Aktualität von Erhards Konzept „Wohlstand durch Wettbewerb“

… und endet mit dem Fazit:

Erhards Konzept der allgemeinen Wohlstandsmehrung durch Markt und Wettbewerb ist auch heute noch der beste Gegenentwurf zu den Verirrungen sozialstaatlichen Denkens und politischen Agierens. Die Behauptung, wir verdankten unseren Wohlstand dem Sozialstaat, der Umverteilung, gewerkschaftlichem Druck auf die Löhne, der Sozialpartnerschaft usw. entspringt einer Fehlüberlegung, welche die wahren Ursachen von Wohlstand übersieht: unternehmerisches Handeln, Innovation, technologischer Fortschritt und damit verbundene Produktivitätssteigerung. Die falsch verstandene soziale Marktwirtschaft mag zu einer kurzfristigen Entschärfung sozialer Konflikte geführt haben; mehr Wohlstand konnte sie nicht schaffen. Dafür müssen wir – und die kommenden Generationen – jetzt aber den Preis bezahlen: Mangelndes Wachstum, öffentliche Überschuldung, Druck auf die Reallöhne, schleichende Enteignung des Sparers, kurz: schwindender Wohlstand. Politiker, Zentralbanker und sozial eingestellte Kritiker des freien Marktes preisen nun aber als Heilmittel dagegen genau das an, was all diese Probleme verursacht hat. Genau deshalb ist Erhards Konzeption Wohlstand durch Wettbewerb auch heute noch von höchster Aktualität. Sie weist, nicht zuletzt auch mit ihren moralischen Impulsen, den Weg in die richtige Richtung.

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