Einleitung

Ludwig von Mises: Vom Wert der besseren Ideen. Sechs Vorlesungen über Wirtschaft und Politik.

Ludwig von Mises hielt diese Vorlesungen im Herbst 1958 in Buenos Aires vor argentinischen Studenten. Dabei sprach er frei, ohne Manuskript und in englischer Sprache. Seine auf Band aufgenommenen Ausführungen, die nach Mises’ Tod von seiner Frau Margit transkribiert und von Bettina Bien Greaves unter dem Titel „Economic Policy: Thoughts for Today and Tomorrow“ veröffentlicht wurden, sind bis heute von ungebrochener Aktualität. Sie reichen von der Darlegung der wohlstandsschaffenden Grundstruktur des Kapitalismus, einer scharfsinnigen Kritik des Sozialismus und des staatlichen Interventionismus bis hin zur Darlegung der Vorteile von Freihandel und Auslandsinvestitionen gerade für die ärmeren Länder sowie von der Schädlichkeit von Preiskontrollen und Inflation. Ebenso wird die problematische Rolle der Gewerkschaften und anderer “pressure groups” beleuchtet.

Viele der von Mises kritisierten anti-kapitalistischen Vorurteile prägen auch bei uns nach wie vor das Denken vieler Menschen, vor allem der intellektuellen Eliten. Sie glauben auch heute noch, der Industriekapitalismus habe seinen Siegeszug nur durch die Ausbeutung der zuvor in befriedigenden Verhältnissen lebenden Landbevölkerungen antreten können. Verdrängt werden nach wie vor die maßgeblichen Erfolge des modernen Kapitalismus bei der Überwindung des jahrhundertealten Übels der Massenarmut. Nichts geändert hat sich auch am vorschnellen Ruf nach “noch mehr Staat”, sobald neue Probleme auftauchen. Die von Mises so scharf zurückgewiesene inflationäre Politik des billigen Geldes wird heute offiziell praktiziert und sogar als Notwendigkeit für die Überwindung der letzten Finanz- und Wirtschaftskrise dargestellt.

Was, abgesehen von ihrer ungebrochenen Aktualität, diese Vorlesungen so wertvoll macht, ist das von Mises vermittelte grundlegende Verständnis dafür, was überhaupt Kapitalismus ist, was ihn so erfolgreich macht – und was er nicht ist. Die Studenten, vor denen Ludwig von Mises damals sprach, hatten zuvor noch kaum etwas über wirtschaftliche und individuelle Freiheit gehört. Seine Ausführungen lösten bei ihnen Begeisterung aus. Er “drückte sich absichtlich in sehr einfachen Worten aus”, unterstreicht seine Frau Margit in ihrem Vorwort zu den publizierten Vorlesungen. “Dadurch gelang es ihm, seine Ideen einem Publikum zu vermitteln, das mit seinen Werken nicht vertraut war. Jeder Einzelne verstand genau, was er sagte.”

Bewundernd hielt der in Princeton lehrende Ökonom und Mises-Schüler Fritz Machlup (1902-1983) im Jahr 1979 fest: “Wie klar und eindeutig sich doch die Mises’schen Grundgedanken in diesem Buch abzeichnen – jene Ideen über Wirtschaft und Gesellschaft, die ihm die Bewunderung seiner Anhänger und die Feindseligkeit seiner Gegner eintrugen. … Obwohl jeder der sechs Vorträge als unabhängige Abhandlung gelten kann, bereitet die Harmonie der ganzen Reihe dem Leser einen ästhetischen Genuss, wie ihn der Betrachter eines architektonischen Meisterwerks erlebt.”

 

Die hier gebotene, exklusiv für die AUSTRIAN ESSENTIALS erstellte Kurzfassung von “Vom Wert der besseren Ideen” erscheint mit Erlaubnis des Lau Verlags, bei dem auch die von Gerd Habermann und Gerhard Schwarz herausgegebene deutsche Edition des Originaltextes als Buch erhältlich ist.

Der englische Originaltext ist online zugänglich bei der Online Library of Liberty des Liberty Fund.


HINWEIS
Lesen Sie auch über: Ludwig von Mises, Die Gemeinwirtschaft Untersuchungen über den Sozialismus

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