Einleitung

Henry Hazlitt: Economics in One Lesson

Das bekannteste Werk des Journalisten, Buchkritikers und Autors Henry Stuart Hazlitt (1894 – 1993) ist zweifelsohne „Die 24 wichtigste Regeln der Wirtschaft“ (auf Englisch: „Economics in One Lesson“). Es wurde über eine Million Mal verkauft und gilt heute als Klassiker. Auch prominente Ökonomen, wie die beiden Nobelpreisträger Friedrich August von Hayek (1899 – 1992) und Milton Friedman (1912 – 2006), zählen zu seinen Bewunderern. Manche sehen in ihm sogar eine der besten Einführungen in die Grundlagen der Ökonomie.

Hazlitts Buch erschien im Jahr 1946, „zu einer Zeit also, in der auch in den Vereinigten Staaten von Amerika der Keynesianismus und der Staatsdirigismus als ‚State of the Art‘ angesehen wurden“, unterstreicht Thorsten Polleit in seinem Geleitwort zur deutschen Ausgabe im FinanzBuch Verlag. Hazlitt wendet sich entschieden gegen die damals gängige Politik. Er verteidigt die freie Marktwirtschaft und zeigt anhand von Steuern, Mindestlöhnen, Zöllen, Mietkontrollen und anderen Beispielen, wie kontraproduktiv staatliche Eingriffe in das Wirtschaftsleben sind. Vieles von dem, was Hazlitt kritisiert, ist heute brandaktuell. Die von ihm treffend beschriebenen ökonomischen Gesetze sind gültig wie eh und je.

Der zentrale Gedanke, auf dem dieses Buch aufbaut, wurde erstmals von dem französischen Ökonom Frédéric Bastiat (1801 – 1850) in seinem Aufsatz „Ce qu’on voit et ce qu’on ne voit pas“ (Was man sieht und was man nicht sieht) im Jahr 1850 formuliert. Bastiat definierte knapp mit einem Satz, was den Unterschied zwischen einem guten und einem schlechten Ökonomen ausmacht: „Der eine klebt an der sichtbaren Wirkung, der andere berücksichtigt sowohl die Wirkung, die man sieht, als auch diejenige, die man vorhersehen muss“. Eine einzige Ursache kann mehrere Wirkungen haben. Um zu den richtigen volkswirtschaftlichen Schlussfolgerungen zu gelangen, muss man auch die indirekten Folgen bedenken. Mit den Worten Bastiats: „Im Bereich der Ökonomie ruft eine Handlung, eine Gewohnheit, eine Einrichtung, ein Gesetz nicht nur eine einzige Wirkung hervor, sondern eine Reihe von Wirkungen. Von diesen Wirkungen ist nur die erste direkt, sie zeigt sich gleichzeitig mit ihrer Ursache, man sieht sie. Die anderen entwickeln sich erst nach und nach, man sieht sie nicht; glücklich wenn man sie vorhersieht.“

So wie im persönlichen Leben die kurzfristigen Folgen von Faulheit und Verschwendungssucht als beglückend und angenehm empfunden werden, die langfristigen aber umso beschwerlicher sind, so ist es auch in der Ökonomie: „Der Unterschied ist enorm, denn es ist fast immer so, dass die unmittelbare Folge günstig ist und die letztendlichen Folgen unheilvoll und umgekehrt. Das führt dazu, dass der schlechte Ökonom eine kleine gegenwärtige Verbesserung anstrebt, aus der ein großes Übel entsteht, während der wahre Ökonom eine große zukünftige Verbesserung erstrebt auf die Gefahr eines kleinen gegenwärtigen Übels.“

 

Die hier gebotene, exklusiv für die AUSTRIAN ESSENTIALS erstellte Kurzfassung von „Die 24 wichtigsten Regeln der Wirtschaft“ erscheint mit Erlaubnis des FinanzBuch Verlags, bei dem auch die deutsche Fassung der 1978 erschienenen aktualisierten Neuauflage des Klassikers erhältlich ist.

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